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Badezimmer-Accessoires von Geesa reisen um die Welt

Auf amerikanischen Kreuzfahrtschiffen, in Hotels im Mittleren Osten und 2014 sogar kurz im ‚Stedelijk‘ Museum in Amsterdam: Badezimmer- und Toiletten-Accessoires von Geesa finden sich auf der ganzen Welt. Erfolgsgeschichte, Abenteuergeschichte, ein Traum, der wahr wird:  Es trifft alles auf dieses Amersfoorter Unternehmen zu, das es seit 130(!) Jahren gibt –  und das immer noch wächst. Direktor Ben van der Steen: „Wir haben eine starke Identität.“

„Die Dynamiken des Exportierens lassen Sie nicht los“

Im Businesspark Isselt in Amersfoort steht ein großes, graues, fast ausdrucksloses Gebäude. Nichts an seiner Fassade deutet auf die mysteriöse Welt von Badezimmer-Accessoires hin, die sich hinter ihr versteckt. Aber ist man erst einmal drinnen, fällt Ihr Blick sofort auf den Text „Poesie für Ihr Badezimmer“, der als Slogan für eine der neuesten Kollektionen verwendet wird.
Das sagt alles über die Art, wie Badezimmer-Accessoires bei Geesa betrachtet werden. In den Worten von Direktor Van der Steen: „Wir lieben Design, die Kombination aus einem wunderschönen Design mit einem praktischen Nutzen.“ Dieser Ansatz hat Geesa einen Platz im Mittel- und Oberklassensegment eingebracht. Sie sind Marktführer für professionelle Anwender in den Niederlanden im Bereich Sanitär und Badezimmer-Accessoires – und exportieren darüber hinaus noch Seifenschalen, Toilettenpapierhalter, Rasierspiegel und Klobürstenzubehör in 65 Länder – um nur ein paar Beispiele des umfangreichen Portfolios zu nennen.

Geesa Ben van der Steen

Kupferschmied

Geesa begann vor über 130 Jahren als ein kleines Geschäft in der Krankeledenstraat im Zentrum von Amersfoort. Gründer Smink, ein Kupferschmied, stellte Artikel wie Wärmflaschen und Sprühflaschen für Unkrautvernichtungsmittel her. Zwei Söhne führten das Geschäft weiter und begannen um 1930 mit der Produktion von Badezimmerartikeln wie zum Beispiel verchromten Seifenschalen. In den 1960ern wurde dies zu ihrem Kerngeschäft.

Die Familie Smink ahnte die zahlreichen Bauaktivitäten in den Niederlanden in dieser Zeit voraus. Besonders in den Metropolregion Randstad entstanden Häuser in einem rasanten Tempo. Dies beflügelte die Sanitärindustrie, und als Folge dessen blühte Geesa – ein Akronym für „Gebroeders (deutsch: Brüder) Smink Amersfoort“ – auf. Im darauf folgenden Jahrzehnt expandierte die Firma und Geesas Badezimmer-Accessoires glänzten in Hotels und Wohnungen in Ländern wie Belgien, Deutschland, Griechenland und den Vereinten Arabischen Emiraten.

Starke Identität

Mittlerweile reisen Geesas Produkte, die überwiegend in der Amersfoorter Fabrik hergestellt werden, um die Welt. Die Badezimmer- und Toiletten-Accessoires hängen oder stehen in über 1.000 Hotels, und Geesa beliefert auch Kreuzfahrtschiffe. Van der Steen: „Wir sind auf zwei großen Wellen geritten. Erstens: Badezimmer in Europa sind größer und luxuriöser geworden. Wellness wird mehr Aufmerksamkeit geschenkt, das Badezimmer ist für Konsumenten wichtiger geworden. Und zweitens: die weltweite Zunahme an Gastgewerbeprojekten wie Hotels und Kreuzfahrtschiffen.“ Aber wie ist Geesa weltweit so erfolgreich geworden? „Wir haben eine starke, gute Identität im Markt. Wir sind eine A-Marke, wir konzentrieren uns auf die oberen und mittleren Segmente, sodass wir immer Qualität anbieten. Das macht den Unterschied. Aber auch unsere ‚holländische DNA‘ ist wichtig, und wir verbreiten sie mit Stolz. ‚Holländisches Design‘ in einer anderen Form. Und nebenbei: Wir sind zuverlässig und setzen um, was wir versprechen.“

Kunst im Badezimmer

Es ist auch eine Frage der Innovation und des Muts, Geschäfte zu machen, sagt Van der Steen. Geesa dachte im Jahr 2010, dass die Zeit gekommen sei, sich noch mehr auf das obere Marktsegment zu konzentrieren. Van der Steen und sein Team suchten strebten daher die Zusammenarbeit mit einem bekannten Designer an, Marcel Wanders. So wurde die Haiku-Kollektion „Poesie für das Badezimmer“ geboren. Und sein Status als Kunst wurde bestätigt. Eine Auswahl dieser Serie wurde 2014 als Teil der Ausstellung ‘Marcel Wanders: Pinned Up’ im Stedelijk Museum in Amsterdam gezeigt. „Die Zusammenarbeit mit Wanders war ein großer Schritt für uns“, sagt Van der Steen. „Und auch ein wichtiger Impuls. Selbst in Indonesien klingelte etwas, wenn wir seinen Namen erwähnten. Wir haben uns Zugang zu Bereichen verschafft, in denen wir bislang nicht vertreten waren, besonders im High-End-Segment.“

„Geesa-Familie“

Van der Steen, seit 23 Jahren in der Firma angestellt, ist viel gereist. Um neue Märkte zu erschließen, oder um existierende Beziehungen zu pflegen. Aber er sagt, während er zu dem Gemälde ‚Benny‘ von Herman Brood in seinem Büro zeigt: „Es könnte auch heißen: ‚Ben ist nicht da‘. Ich war oft im Ausland, und das macht es schwierig eine Firma zu führen. Ich bin jetzt viel öfter in unseren Produktionsstätten zu finden. Wir haben zwei Exportmanager, die oft unterwegs sind. Ich bin zum Joker geworden. Wenn es ein großes, neues Projekt oder eine französische Firma ist, dann steige ich ins Flugzeug.“

Es war schließlich seine umfassende Kenntnis der französischen Sprache, die er während seiner Ausbildung zum Französischlehrer erworben hatte („Es war nicht wirklich der richtige Beruf für mich“), die Van der Steen in die Welt des Exports geführt hatte – zuerst bei einer anderen Firma, später bei Geesa. Hier hat er sein globales Netzwerk schnell ausbauen können. Wie? „Passe dich schnell an, sei flexibel und unbefangen im Umgang mit Menschen. Man trifft viele Kulturen und Individuen. Ein Libanese hat andere Sitten als ein Skandinavier. Das finde ich das Schöne beim Exportieren, aber man muss wissen, wie man damit umgeht. Wir wissen es. Und in kürzester Zeit können wir unsere neuen Kontakte in die ‚Geesa-Familie‘ aufnehmen. Mittlerweile hat sich die gesamte Organisation auf die Dynamiken des Exportierens eingestellt. Ich würde sogar sagen: Es ist wie ein Virus, den man nicht mehr los wird. Unsere Dame in der Telefonzentrale zuckt nicht zusammen, wenn jemand aus dem Ausland anruft.“

Während der Olympischen Spiele in Sochi versorgte Geesa das Holland Heineken House, das Olympische Dorf und umliegende Hotels mit tausenden Badezimmeraccessoires. Im Moment versucht das Unternehmen auf dem amerikanischen Markt Fuß zu fassen. Und alles von Firmensitz im guten alten Amersfoort. Das wird auch so bleiben. „Wir sind hier verwurzelt, das ist unser Platz.“